• Lulu

Emotionale Achterbahn

„Jesus ist die vollkommene Freude, der vollkommene Frieden und die vollkommene Hoffnung“. Ja, dem stimme ich zu.

Dann muss ich als Christ immer gut drauf sein?

Viel zu lange dachte ich das. Und auch jetzt habe ich oft noch den Drang, nach außen hin immer positiv aufzutreten. Ich will, dass andere über mich sagen, dass ich ein total fröhlicher Mensch bin. Und wahrscheinlich würden das die Leute in meinem Umfeld auch. Aber ehrlich gesagt wurde das fast schon zu einer „perfektionistischen Fröhlichkeit“. Ich muss immer Freude versprühen.

Ich glaube wirklich, dass Jesus mir übernatürliche Freude und Frieden schenken kann, auch in Momenten, in denen die Umstände nicht unbedingt danach aussehen.

Aber das heißt NICHT, dass als Christ immer alles „Happy Clappy“ ist.


Ich wünsche mir Ehrlichkeit und Authentizität, deshalb bin ich jetzt ehrlich mit euch, auch wenn mir das nicht ganz leichtfällt. Ganz ehrlich, meine Emotionen sind grade nicht nur positiv. Es ist eine Achterbahn.

Und ich dachte mir, ich schenke euch eine Freifahrt auf der


Achterbahn meiner Emotionen

Meine Stimmung wechselt tageweise und auch über den Tag hinweg von Friede zu Stress, von Überforderung zu Motivation und von Hoffnung zu echter Angst.

Darf ich auch die negativen Emotionen zulassen oder muss ich sie im Keim ersticken, damit ich ja noch ein hoffnungsversprühender Christ bin?

Ich glaube, dass wir auch in unseren negativen Emotionen ein Licht in der Welt sein können. Unsere Generation will Authentizität.

Ich erlebe Höhenflüge und Flauten – eine Achterbahn eben.


Jesus ist der „Anker für meine Seele“ – Hebräer 6:19

Auch die Höhenflüge, besonders aber die Flauten, die negativen Gefühle überrollen mich manchmal wie eine große Welle. Ganz unerwartet stürzt die Achterbahn manchmal in die Tiefe.

Jesus hält sie nicht nur aus, sondern will unser Anker in diesen Stürmen der Gefühle sein.


Ein Anker macht nur Sinn, wenn das Meer eine Strömung hat, wenn eben auch Wellen kommen.


„it’s okay to not be okay”


Es ist völlig okay, Emotionen zu haben und diese zu zeigen. Es ist wirklich okay, wenn nicht immer alles „happy clappy“ ist.


Give yourself a break


Das heißt zum einen: Sei nicht so streng mit dir selbst.

Und zum anderen: Gönn dir wirklich mal ne Pause.


Wenn ich den Anker nicht auswerfe, dann treibe ich weg. Das Auswerfen ist ein aktiver Schritt.


Vor ein paar Tagen war ich mal wieder völlig im Zeitstress, u.a. um diesen Blogpost zu schreiben. Anstatt mir morgens Zeit mit Gott zu nehmen, ganz entspannt mit MEINEM ANKER in den Tag voller Wellen zu starten, habe ich fast schon automatisch meine Netflix Serie angemacht zum Frühstück. Im Auto auf dem Weg zu Arbeit habe ich natürlich mein Hörbuch gehört. Zwischen Arbeit und einem wichtigen Zoom-Meeting hatte ich 30 min Zeit. Auch hier war ich kurz davor, mir mit meiner Netflix Serie endlich eine „echte Entspannungspause“ zu gönnen. Doch dann hatte ich das Gefühl, Gott sagt mir, ich soll noch 20 Minuten mit ihm spazieren gehen. Irgendwie klang das sinnvoll, also hab ich über meine Kopfhörer Worship Musik angemacht und bin losgelaufen in den Park.

Es war wirklich weird: Schon nach 2 Minuten hab ich so eine Freude und Entspannung empfunden.

In meinem Stress und meiner Überforderung hat Gott mir außergewöhnliche Freude geschenkt. Ich bin mit ihm lachend und tanzend durch den Park gelaufen. No joke… lachend und tanzend!


Ein Anker ist immer am Boot, er muss nicht erst dran gebunden werden, wenn ein Sturm aufkommt.

Es ist mein Job, den Anker auch auszuwerfen.


Falls sich eure Emotionen auch wie Wellen, auch wie eine Achterbahn anfühlen: I FEEL YOU.


- Lulu